Eineinhalb Jahre fliegen Funken in der Försterei
Vor ziemlich genau eineinhalb Jahren sind die ersten drei Funken als Pioniere in die alte Försterei eingezogen. Da hieß es erst einmal Sachen einlagern, umlagern und vorübergehende Räume mit vorübergehenden Mitbewohner*innen möglichst gemütlich machen.
Bis Anfang Mai sind dann die meisten Funken hinterhergezogen, der Eigentümer ausgezogen und der Kaufvertrag war unterschrieben.
Mit jedem weiteren Funken stapelten sich die Kartons im ganzen Haus und wir waren noch weit davon entfernt, dass alle Sachen oder Funken ihren Platz gefunden hatten.
Aber unser erster gemeinsamer Frühling in Staakow ließ uns das ein oder andere Chaos mal kurz vergessen und all die helfenden Hände versorgten uns stetig mit Zuversicht, dass es am Ende schon irgendwie gut werden wird.
Wir sind weiterhin glücklich, dass wir uns nicht für ein Objekt mit Kernsanierungsbedarf entschieden haben, denn genug zu tun gab es auch so: Im Haus, auf dem großen Anwesen drumherum und mit Kennenlern- und Veränderungsprozessen innerhalb der Gruppe.
Seit Beginn an treffen wir uns einmal in der Woche für 2 Stunden für die Koordination von Aufgaben, Fragen der Finanzierung und des konkreten Zusammenlebens und so viele To Dos von denen wir keine Ahnung hatten, dass sie jemals auf uns zukommen würden. Das war schweißtreibend, aber auch verbindend und wir wuchsen als Gruppe immer enger zusammen.
In unserem Garten wuchs nebenbei auch alles in rasantem Tempo und wir als Städter mit unseren Aufgaben.
Ende August konnten wir dann auch die letzte Wohnung im 1. Obergeschoss beziehen und so richtig loslegen das Haus bis in jeden Winkel zu erkunden, zu schrubben, zu entrümpeln und den Eingangsbereich wieder zu einem Vestibül statt einer Garage zu machen.
Mit wachsender Stabilität in unserem neuen Zuhause, wurden auch unsere Abläufe strukturierter und wir fanden sogar die Zeit, das zum Haus dazugehörige Waldstück zu pflegen und Holz für die Öfen zum trocknen einzulagern - das hilft uns zwar nicht für diesen Winter, aber irgendwo muss man ja anfangen.
Für manche Funken war es dann schon das zweite Weihnachten und Neujahr in der schönen alten Försterei, was sich dann auch deutlich mehr angekommen anfühlte als zu Beginn zwischen Kisten und Klößen. Dazu gab es viel Schnee und diesmal eine gebührende Beteiligung beim Zampern - einer sorbischen Tradition, womit im Januar die bösen Geister mit Kostümen und Blaskapelle verscheucht und der Frühling begrüßt wird. Dafür hatten wir die Flamingos aus dem Tropical Islands befreit, die uns sicher von Haus zu Haus gebracht haben.
Kurz darauf sind zwei weitere etwas haarigere Fünkchen bei uns eingezogen: Momo und Olga, zwei russisch blau Babykatzen, die seitdem unseren Alltag immer mal wieder auf den Kopf stellen, aber auch zuverlässig für Gemütlichkeit und Lacher sorgen.
Unsere Schafe mähen derweil zuverlässig den Rasen und dieses Jahr haben wir auch zum ersten mal die Schafe selbstständig geschoren.
Eineinhalb Jahre werden nicht nur bei uns sichtbar, sondern auch spürbar beim kürzlichen Sommerfest im Dorf. Nachdem wir anfangs noch etwas skeptisch betrachtet wurden, waren wir diesmal mit Thekenschicht und Performance beteiligt und können sagen: Die Integration schreitet voran und wir sind froh so freundlich aufgenommen zu werden.
Wir blicken also auf eine bewegte, anstrengende, schöne, ereignisreiche Zeit und viele erste Male in der alten Försterei zurück und freuen uns nun darüber, dass der Staub sich langsam legt und wir sagen können: Wir sind angekommen und wir wollen bleiben und wir danken euch allen von Herzen, dass ihr uns dabei geholfen habt!
Damit wir bleiben können, sind wir auch weiter auf eure Unterstützung angewiesen: Aktuell fehlen uns noch immer Direktkredite, um die volle Kaufsumme beim Eigentümer auszulösen. Also freuen wir uns, wenn ihr weiterhin die Werbetrommel für uns rührt oder uns anderweitig unterstützt.
Liebe Grüße von euren Funken